Erschienen für: Xbox360, Playstation 3
Wet. Was hat mich dieses Spiel nerven gekostet. Aber erstmal der Reihe nach.
In Wet schlüpft der Spieler in die Rolle von Rubi, eine harte Auftragskillerin mit zwei Knarren einem Katana und einem Alkohoproblem. Sie soll in Hong Kong für einen reichen Auftraggeber ein zur Organtransplantation vorgesehenes Herz klauen. Rubi führt den Aufrag aus, liefert das Herz ab und dann hintergeht irgendwie jeder jeden, aber die Story ist dermaßen unsinnig und zu vernachlässigen, dass es absolut egal ist wer jetzt auf welcher Seite steht oder sonst etwas.
Wet verbindet Spielelemente aus Tomb Raider und Max Payne in Kombination mit dem ach so coolen Grindhouse-Look zu einem der frustrierendsten Spielerlebnisse, das ich jemals über mich ergehen lassen habe. Eigentlich klingt dieser Genre-Mix gar nicht so schlecht und obwohl ich Max Payne aus desinteresse nie gespielt habe, so war das Zeitlupengeballere in Stranglehold (deutsche Version) dann doch ganz witzig. Das wäre es hier theoretisch auch wenn einem nicht die strunzdumme Steuerung in die Quere kommen würde. Bei den "Athletic Kills" fällt man ständig irgendwo herunter oder rutscht ungebremst in den nächsten Abgrund. Dabei hilft es wenig, dass die Steuerung nur selten das macht, was sie soll. Mehr als einmal hatte ich Situationen in denen Rubi schön schwungvoll statt geradeaus zum nächsten Vorsprung direkt in den Abgrund zu ihrer linken springt.
Wenn man sich nicht selbst in den Abgrund befördert, dann passiert es mehr als einmal, dass man von der Masse an Gegnern einfach nur schön über den Haufen geschossen wird. Normale Gegner stellen in der Regel kein Problem dar, doch gibt es da Leute die mit Schwertern ganze MP-Salven abwehren können oder Gegner mit Gatlings, die nicht nur 30 Sekunden Dauerbeschuss mit einer Schrotflinte aus nächster Nähe überstehen sondern auch noch abschließend in einem relativ kurzen Zeitfenster mit dem immer gleichen Quick Time Event zur Strecke gebracht werden müssen.
Quick Time Events sind ein weiteres Ärgernis im Spielverlauf: Immer wieder muss man lange, schlecht gemachte Zwischensequenzen über sich ergehen lassen um dann letztendlich zwei Knöpfe zu drücken. Besonders bei den "Endbossen" kommt diese Methode ständig zum Einsatz, da das restliche Spielgerüst offensichtlich zu starr war um es für die Bosse umzusetzen und so kommt es, dass man die ganz ganz bösen Buben nur ohne großes Zutun des Spielers erledigen kann.
Prinzipiell gibt es in Wet 3 verschiedene Arten von Levels. Zum einen gibt es die ganz normalen Ballerlevel in denen es ganz normale Sprungpassagen mit etwas geballere dazwischen gibt. In jedem dieser Levels gibt es zusätzlich so genannte Arenen. Man trifft hier in einem abgegrenzten Areal auf große Gegnermassen und muss Türen absperren indem man mit dem Schwert auf Schalter, Holzbalken und ähnliches einprügelt. Eine kleine Variation dieser Levels bietet der Rage Modus, der JEDES MAL mit der selben Sequenz eingeleitet wird. Rubi fährt Aufzug, die Tür geht auf, sie schießt einem Typen in den Kopf, der Bildschirm verfärbt sich rot und dann macht man im Prinzip das selbe wie vorher nur mit einem stilisierten Grafikstil (der von Kill Bill geklaut wurde) wo man noch mehr Gegner plattmacht. In der Originalversion gibts da noch einen Counter wie viele Gegner man getötet hat. In der deutschen Fassung fehlt dieses sinnlose Feature. Zuletzt gibts dann noch von Quick Time Events bestimmte Levels in denen man auf einer Autobahn von Autodach zu Autodach springt und Gegner über den Haufen schießt. Eine minimale Ausnahme bildet ein Level in dem man aus einem explodierenden Flugzeug geschleudert wird und in freiem Fall Schrott ausweichen muss während man ballert.
Doch die Monotonie hört beim Spielprinzip nicht auf. Wie bereits erwähnt bekommt man vor jedem Rage Modus die selbe Animation zu sehen. Das gilt auf für jedes mal wenn man seine Energie auffüllt. Dazu trinkt Rubi einen beherzten Schluck Alkohol, wirft die Flasche hoch und zerschießt sie. Jedes Mal. Man darf sich auch gleich daran gewöhnen jede einzelne Tür zu öffnen indem man sein Schwert hineinsteckt und auf X hämmert. Die hälfte dieser Türsequenzen wird dann mit einem toootal coolen "Fucking Door." von Rubi kommentiert.
Musikalisch hat man versucht sich an Filmen wie Robert Rodriguez' Mexico Trilogie zu orientieren und zum Teil sind die Songs ganz okay, aber mit Sicherheit nicht jedermanns Sache.
Gibt es überhaupt etwas positives zu vermelden? Tatsächlich ja. Die Sprecher sind sehr gut. Eigentlich zu gut für diesen Käse. Rubi wird von Eliza Dushku (Faith aus Buffy) gesprochen und abgesehen von den ewig gleichen Phrasen und einem total widerlichen Todesgegrunze, das man ständig zu hören bekommt macht sie einen sehr guten Job. Auch Malcolm McDowell und Alan Cumming wissen einen guten Job abzuliefern. Die restlichen, zumindest mir unbekannten Sprecher, sind auch durch die Bank gut wenngleich es teilweise doch etwas arg rassistische Asiaten-Akzente zu hören gibt.
Die deutsche Version wurde mal wieder heftig verändert. Statt Blut gibts nun Staubwolken wenn man Gegner trifft. Es gibt Bild- und Tonzensuren in den Zwischensequenzen und wahrscheinlich noch diverse andere Kleinigkeiten.
Ich rate ganz klar von diesem Spiel ab. Lasst euch lieber mal wieder auf ein Abenteuer mit Lara Croft ein.
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