Dienstag, 24. April 2012

Spielekritik: Wet (deutsche Version)

Wet (deutsche Version)
Erschienen für: Xbox360, Playstation 3

Wet. Was hat mich dieses Spiel nerven gekostet. Aber erstmal der Reihe nach.

In Wet schlüpft der Spieler in die Rolle von Rubi, eine harte Auftragskillerin mit zwei Knarren einem Katana und einem Alkohoproblem. Sie soll in Hong Kong für einen reichen Auftraggeber ein zur Organtransplantation vorgesehenes Herz klauen. Rubi führt den Aufrag aus, liefert das Herz ab und dann hintergeht irgendwie jeder jeden, aber die Story ist dermaßen unsinnig und zu vernachlässigen, dass es absolut egal ist wer jetzt auf welcher Seite steht oder sonst etwas.

Wet verbindet Spielelemente aus Tomb Raider und Max Payne in Kombination mit dem ach so coolen Grindhouse-Look zu einem der frustrierendsten Spielerlebnisse, das ich jemals über mich ergehen lassen habe. Eigentlich klingt dieser Genre-Mix gar nicht so schlecht und obwohl ich Max Payne aus desinteresse nie gespielt habe, so war das Zeitlupengeballere in Stranglehold (deutsche Version) dann doch ganz witzig. Das wäre es hier theoretisch auch wenn einem nicht die strunzdumme Steuerung in die Quere kommen würde. Bei den "Athletic Kills" fällt man ständig irgendwo herunter oder rutscht ungebremst in den nächsten Abgrund. Dabei hilft es wenig, dass die Steuerung nur selten das macht, was sie soll. Mehr als einmal hatte ich Situationen in denen Rubi schön schwungvoll statt geradeaus zum nächsten Vorsprung direkt in den Abgrund zu ihrer linken springt.

Wenn man sich nicht selbst in den Abgrund befördert, dann passiert es mehr als einmal, dass man von der Masse an Gegnern einfach nur schön über den Haufen geschossen wird. Normale Gegner stellen in der Regel kein Problem dar, doch gibt es da Leute die mit Schwertern ganze MP-Salven abwehren können oder Gegner mit Gatlings, die nicht nur 30 Sekunden Dauerbeschuss mit einer Schrotflinte aus nächster Nähe überstehen sondern auch noch abschließend in einem relativ kurzen Zeitfenster mit dem immer gleichen Quick Time Event zur Strecke gebracht werden müssen.

Quick Time Events sind ein weiteres Ärgernis im Spielverlauf: Immer wieder muss man lange, schlecht gemachte Zwischensequenzen über sich ergehen lassen um dann letztendlich zwei Knöpfe zu drücken. Besonders bei den "Endbossen" kommt diese Methode ständig zum Einsatz, da das restliche Spielgerüst offensichtlich zu starr war um es für die Bosse umzusetzen und so kommt es, dass man die ganz ganz bösen Buben nur ohne großes Zutun des Spielers erledigen kann.

Prinzipiell gibt es in Wet 3 verschiedene Arten von Levels. Zum einen gibt  es die ganz normalen Ballerlevel in denen es ganz normale Sprungpassagen mit etwas geballere dazwischen gibt. In jedem dieser Levels gibt es  zusätzlich so genannte Arenen. Man trifft hier in einem abgegrenzten Areal auf große Gegnermassen und muss Türen absperren indem man mit dem Schwert auf Schalter, Holzbalken und ähnliches einprügelt. Eine kleine Variation dieser Levels bietet der Rage Modus, der JEDES MAL mit der selben Sequenz eingeleitet wird. Rubi fährt Aufzug, die Tür geht auf, sie schießt einem Typen in den Kopf, der Bildschirm verfärbt sich rot und dann macht man im Prinzip das selbe wie vorher nur mit einem stilisierten Grafikstil (der von Kill Bill geklaut wurde) wo man noch mehr Gegner plattmacht. In der Originalversion gibts da noch einen Counter wie viele Gegner man getötet hat. In der deutschen Fassung fehlt dieses sinnlose Feature. Zuletzt gibts dann noch von Quick Time Events bestimmte Levels in denen man auf einer Autobahn von Autodach zu Autodach springt und Gegner über den Haufen schießt. Eine minimale Ausnahme bildet ein Level in dem man aus einem explodierenden Flugzeug geschleudert wird und in freiem Fall Schrott ausweichen muss während man ballert.

Doch die Monotonie hört beim Spielprinzip nicht auf. Wie bereits erwähnt bekommt man vor jedem Rage Modus die selbe Animation zu sehen. Das gilt auf für jedes mal wenn man seine Energie auffüllt. Dazu trinkt Rubi einen beherzten Schluck Alkohol, wirft die Flasche hoch und zerschießt sie. Jedes Mal. Man darf sich auch gleich daran gewöhnen jede einzelne Tür zu öffnen indem man sein Schwert hineinsteckt und auf X hämmert. Die hälfte dieser Türsequenzen wird dann mit einem toootal coolen "Fucking Door." von Rubi kommentiert.

Musikalisch hat man versucht sich an Filmen wie Robert Rodriguez' Mexico Trilogie zu orientieren und zum Teil sind die Songs ganz okay, aber mit Sicherheit nicht jedermanns Sache.

Gibt es überhaupt etwas positives zu vermelden? Tatsächlich ja. Die Sprecher sind sehr gut. Eigentlich zu gut für diesen Käse. Rubi wird von Eliza Dushku (Faith aus Buffy) gesprochen und abgesehen von den ewig gleichen Phrasen und einem total widerlichen Todesgegrunze, das man ständig zu hören bekommt macht sie einen sehr guten Job. Auch Malcolm McDowell und Alan Cumming wissen einen guten Job abzuliefern. Die restlichen, zumindest mir unbekannten Sprecher, sind auch durch die Bank gut wenngleich es teilweise doch etwas arg rassistische Asiaten-Akzente zu hören gibt.

Die deutsche Version wurde mal wieder heftig verändert. Statt Blut gibts nun Staubwolken wenn man Gegner trifft. Es gibt Bild- und Tonzensuren in den Zwischensequenzen und wahrscheinlich noch diverse andere Kleinigkeiten.

Ich rate ganz klar von diesem Spiel ab. Lasst euch lieber mal wieder auf ein Abenteuer mit Lara Croft ein.


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Montag, 23. April 2012

Filmkritik: Turbo - Der Power Rangers Film

Turbo - Der Power Rangers Film 
OT: Turbo: A Power Rangers Movie
USA/Japan 1997, Regie: Shuki Levy, David Winning
Darsteller: Jason David Frank, Johnny Yong Bosch, Amy Jo Johnson, Austin St. John, u. a.

Länge: ca. 95 Minuten, Freigabe: ab 12 Jahren

Die Power Rangers waren Anfang der 90er Jahre einer DER großen Hits bei Kindern. Die Kombination aus Superhelden-Action und Dinosauriern waren in Zeiten von Jurrassic Park einfach ein Erfolgsgarant. Mighty Morphin Power Rangers hat es in zwischen 1993 und 1995 auf satte 180 Episoden und einen Kinofilm gebracht. Inzwischen läuft auch bei uns bereits die 20. Staffel und auch wenn man schon lange nicht mehr an Quotenerfolge von damals anknüpfen konnte, so haben die Rangers immer noch eine treue Fanbasis und da die Originalreihe Super Sentai, aus der so ziemlich alle Kampfszenen in Power Rangers stammen, in Japan weiterhin sehr erfolgreich in der mittlerweile 36. Staffel läuft, könnte es durchaus noch länger so weitergehen.

Durch die Abhängigkeit von den japanischen Sentai-Produktionen, in denen es jedes Jahr ein neues Team gibt, sah man sich nach den ersten 180 Episoden gezwungen, einige Veränderungen an der Serie vorzunehmen um die neuen Anzüge, Roboter etc. zu erklären. Beim Übergang der 4. Staffel (Power Rangers Zeo) zur 5. Staffel (Power Rangers Turbo) hat man sich dazu entschieden es noch einmal mit einem Kinofilm zu versuchen, der den Übergang von Zeo zu Turbo darstellt.

Die Weltraumpiratin Divatox macht sich auf, den Dämonen Maligore zu heiraten um zusammen mit ihm an unendliche Macht und grenzenlosen Reichtum zu gelangen. Um überhaupt zu ihm zu gelangen muss sie den Zauberer Lerigot, der "ja sowas von dämlich aussieht" (Zitat von meiner Mutter), in ihre Gewalt bringen. Lerigot kann knapp entkommen und flüchtet auf die Erde wo er von den Rangers eingesammelt wird. Da Divatox jedoch Lerigots Frau und Kind (sehen auch dämlich aus) entführt hat, ergibt er sich. Neben Lerigots Familie entführt die böse Piratin auch gleich noch die ehemaligen Ranger Adam und Kimberly sowie die beiden Seriendeppen Bulk und Skull und macht sich mit ihnen auf den Weg zur Insel Muranthias um ihren Dämonen-Macker zu ehelichen. Natürlich liegt es nun an den Rangers Divatox aufzuhalten, ihre Freunde zu befreien und die Welt zu retten. Um dies zu tun bekommen sie von Zordon neue Zords (diesmal Autos) sowie einen neuen blauen Ranger, den zwölfjährigen Justin, und machen sich auf einem Geisterschiff auf die Jagd nach Divatox.

Dieser zweite Power Rangers Film ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Zum einen wird Divatox als neue Bösewichtin für die Serie ganz hervorragend eingeführt, andererseits kommen in diesem Film die Rangers schlichtweg zu kurz. Die ZEO-Suits sind gar nicht zu sehen, die neuen Anzüge sowie Zords bekommen die Rangers erst nach der Hälfte des Filmes und überhaupt krankt es hier massiv an Action. Wirkliche Ranger-Action gibts eigentlich erst zum Finale des Filmes und auch dort wirken die Kampfszenen zu lasch und unmotiviert. Auch die Einführung der neuen Zords gerät fast schon zur Nebensache und geht zwischen den Divatox-Szenen ziemlich unter. Der unvermeidbare Kampf Megazord gegen Monster ist natürlich genauso uninteressant wie immer, aber man muss ja die Spielzeugverkäufe irgendwie ankurbeln.

Für Fans ist natürlich das Wiedersehen mit Austin St. James und Amy Jo Johnston eine feine Sache und auch was mit ihnen im Verlauf des Filmes passiert sorgt zumindest für ein bisschen Dramatik in diesem ansonsten doch sehr spannungsarmen Kinoausflug der Power Rangers bei dem irgendwie nicht so wirklich das Feeling der Serie aufkommen will. Nicht-Fans werden den Film sowie meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Zur deutschen DVD gibts eigentlich nicht viel zu sagen. Bild und Ton sind ganz okay. Als Extra gibts nur den US-Kinotrailer.

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Dienstag, 17. April 2012

Filmkritik: Twilight Vampyr (Succubus: Hell-Bent)


Twilight Vampyr (aka. Succubus - Die Dämonin)
OT: Succubus: Hell Bent
USA 2006, Regie: Kim Bass
Länge: ca. 92 Minuten; Freigabe: ab 16 Jahren

Adam liebt Frauen, Alkohol, Parties und Papas Geld. Und er ist der Held dieses Filmes mit dem wir später noch Mitleid haben sollen. Klappt bestimmt. Adam macht sich zusammen mit seinem besten Freund auf zum Spring Break nach Cancoon um haufenweise Mädels zu knallen und sie dabei zu Filmen. Adams Freundin sitzt dabei natürlich zu hause herum. Ein nettes Kerlchen dieser Adam. Jedenfalls reisst er am Pool eine geheimnisvolle schöne Frau namens Lilith auf, die ihm im Bett nicht nur die Laken zerwühlt sondern auch noch den halben Oberkörper blutig Kratzt. Aber Adam mags eben etwas härter. Lilith wird abserviert und man düst entspannt im Privatjet zurück in die Heimat.

Zur Feier seiner Rückkehr schenkt Adam seiner Freundin erstmal ein Armband, damit sie ihm als Gegenleistung einen bläst. Sie sieht die Kratzer, schreit rum, macht Schluss. Armer Adam. Völlig am Boden zerstört, schmeisst er eine Party und landet prompt mit zwei Schwestern in der Kiste. Armer Adam. Plötzlich taucht Lilith auf der Party auf und nimmt Adam nochmal so richtig ran um dann spurlos zu verschwinden. Jetzt steht Adam schon wieder alleine da.

Aber natürlich nicht lange denn noch in der selben Nacht taucht seine Ex-Freundin auf um sich zu entschuldigen. Und das völlig zu Recht. Sie will das Armband nun doch haben und hat Sex mit Adam um es zu bekommen. Armer Adam. Lilith findet das gar nicht nett und überführt Adams Freundin nun endgültig in den Ex-Status. Aber vielleicht findet sie ja noch ihr Glück mit dem nekrophilen Leichenbestatter, der im Leichenwagen mit ihr rummacht.

Um es kurz zu machen: Adam findet raus, dass Lilith eine Dämonin ist, etliche Leute sterben, Lilith verfolgt Adam mit einem Düsenjet, Gary Busey taucht 30 Sekunden lang als Dämonenjäger auf und irgendwann is das ganze Zeug dann zu Ende. Armer Adam.

Man kann es sich nach den obigen Ausführungen wahrscheinlich schon denken: Scuccubus: Hell Bent macht eine Menge Spaß. Selten spannend, selten langweilig. Die Lilith-Darstellerin Natalie Sperl sorgt für reichlich Eye-Candy und diverse One-Liner von Adam sind tatsächlich ganz lustig.

Technisch ist das ganze auf ganz niedrigem Indepentent-Niveau angesiedelt und einige Szenen im Finale schreien geradezu nach Tutorials von Video Co-Pilot. Aber was soll man von so einem Film auch groß erwarten.

Der deutsche Titel ist natürlich auch wieder so eine Sache für sich. Bis für 2-3 Jahren war der Film unter dem Titel "Succubus - Die Dämonin" erhältlich. Dann haben sind ein paar ganz schlaue Leute beim Verleiher ganz schnell auf den Twilight-Zug aufgesprungen, haben Lilith auf dem Cover zwei kleine Zähnchen dranretuschiert und den Titel in Twilight Vampyr geändert. Schon im Covertext steht das Konzept auf sehr wackeligen Beinen als von einer Vampir-Dämonin gesprochen wird. Aber natürlich is Lilith kein Vampir. Sie betont auch nur 2-3 Mal im Film, dass sie eben kein Vampir sondern ein Succubus ist. Aber mit Kleinigkeiten hält man sich bei deutschen Indie-Labels ja selten auf.

Also: Für Filmfans die geschmacklich gerne mal eine Etage tiefer gehen empfehlenswert, für Twilight- oder Vampirfans überhaupt nicht. Arme Twilight-Fans.

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